Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen: Kuratorenführung und szenische Rezitation von Rüdiger Erk und Lisa Kraus
nur zu, lassen Sie sich von
THEATER TANGERE
in ein Programm voller Musik, Poesie, Komik, Tanz und Nachdenklichkeit entführen.
Gedichte werden präsentiert.
Eine Hure, eine Magieerin, ein Tanguero, eine Pennerin, ein sensibler Macho, Frauen und Männer wie Du und ich philosophieren, phantasieren und resümieren über Liebe, Eros und Sex.
Dazu seufzt, stöhnt, klagt, walzt und hüpft ein Akkordeon durchs Programm.
Tangotänzer fliegen über das Parkett, Liebespaare liegen seelenruhig im Bett.
Das kommt Ihnen alles komisch vor?
Schenken Sie uns Ihre Aufmerksamkeit, ein offenes Ohr für unser Programm mit folgenden AutorInnen: Else Lasker-Schüler, Bertolt Brecht, Rainer Werner Fassbinder, Giaconda Belli, Peter Schneider, Hans Magnus Enzensberger, Arthur Rimbaud, Federico Garcia Lorca, Eladia Blázques u.a.
Ein Schüler, der seinen Meister sehen und mit ihm sprechen wollte, hatte an dessen Tür geklopft.
“Wer ist da ?” fragte der Meister.
“Rinzo.”
“Verschwinde!” rief der Meister laut.
Diesen Befehl ergänzte er sogar um ein Schimpfwort.
Rinzo ging verstört fort, kam einige Stunden später jedoch zurück und klopfte erneut, diesmal aber schüchterner, an der Tür.
“Wer ist da?”
“Rinzo ...“
“Verschwinde!”
Und der Meister schickte ihm verächtlich mehrere Schimpfworte hinterher.
Rinzo ging tief betrübt und ratlos fort. Er verbrachte die ganze Nacht in Schmerz und Nachdenklichkeit. Als der nächste Morgen anbrach, ging er mit geschwollenen Augen und schwankendem Herzen ein drittes Mal zur Tür des Meisters, welcher fragte:
“Wer ist da?”
“Niemand ...” antwortete der Schüler kraftlos.
“Ah Rinzo!” sagte der Meister. “Öffne die Tür und komm herein
Eine Frau auf der Rückreise; festgehalten am Grenzübergang; verdächtigt, nicht die zu sein, die ihr Passfoto abbildet. Befragungen, Verhöre lösen Selbstzweifel aus; darunter tauchen Angst, Sehnsucht, auch Wut, Lebensverachtung, Todeslust auf. Das Solo ist eine Reise in die Isolation,
Ein Grenzgang an der Grenze: Gewißheit - vorgespiegelt durch die Gewohnheit, daß Abgebildetes wirklich sei - wird brüchig. Der Stillstand, die Festsetzung, die Befragungstortur, die Unterstellung, womöglich die Mörderin der Frau zu sein, die sie zu sein vorgebe - und schon wankt das System der Ich-Versicherung. In einen anderen Körper hineingeredet werden ... und darin abzubrennen .... Wider Willen entzündet: sich in die Feuersbrunst hineinsteigern ... Brenn weg ... brenn weg! Wer ist da?
Die Inszenierung hat explizit das Thema Körper - Raum - Grenze. Eine Frau im Verlust der Gewißheit, was Kleid, was Haut, was Innen, was Aussen ist, was Sein und was Schein: “Wie soll ich werden die, die sie mich zu sein heißen?” (Klaus Möller)
Jean Cocteaus Monolog „Die geliebte Stimme“ zählt zu den berühmtesten Texten der Theaterliteratur.
.Cocteau greift in der „geliebten Stimme« zu einem genialen Kniff, indem er die eine Hauptfigur der Handlung erst gar nicht auftreten lässt, sondern ihr allein durch den Text der anwesenden Figur und dem Schweigen Präsenz verleiht. Ein Trick, der auch heute noch viele Zuschauer fasziniert. In Cocteaus „Geliebter Stimme“ wartet eine Frau auf den Anruf ihres Geliebten. Es wird sein letzter Anruf sein. Die Trennung ist beschlossene Sache. Das Telefonat soll, so sind die beiden übereingekommen, ein letztes Adieu sein. Aber für die Frau ist es auch ein letzter Versuch, den Mann, den sie liebt, doch noch umzustimmen. Denn sie weiß, sie kann nicht von ihm lassen; sie kann nicht vernünftig sein und sich in ihr Schicksal schicken. Für sie ist diese Liebe noch nicht zu Ende.
Seine Lyrik ist geprägt von einem sehr direkten, für Nicht-Spanier vielleicht befremdlich “leicht-sinnigen” Gleichgeltenlassen von Leben und Tod, einer tiefen Bindung an eine folkloristische Tradition, die auf uns geradezu “surreal” wirkt, sowie der Übermacht des mütterlichen Elements in seinem Leben, das zu Ende war, bevor er das väterliche hätte gewinnen können.
Was auf nichtspanische Wahrnehmung “brutal” oder “zu schwer” wirken mag, ist nichts als vital in seiner selbstverständlichen und unsentimentalen Polarität zu mortal.
“Er war Andalusier. Die Landschaft des maurischen Granada, aus der er geboren wurde und in die er zurückstarb, ruht unabdingbar hinter seiner Dichtung . . .
Wie seine Dichtung war er selbst: leidenschaftlich und doch streng, verspielt und doch bezaubernd . . . “
( JEAN GEBSER )
der stein ist eine stirn,
darauf die träume seufzen
ohne wasserbögen und
ohne gefrorene zypressen:
der stein ist eine schulter,
um die zeit hinwegzutragen
mit trnenbäumen und
mit bändern und planeten.
gesehen habe ich graue regen,
wellenwärts bewegt,
die ihre zarten und
durchsiebten arme hoben,
um nicht gejagt zu werden
von dem stein, der lauernd liegt
und ihre glieder löst -
doch wird er nie in ihrem blut erweichen
Federico Garcia Lorca ist am 5. Juni 1898 in Fuente Vaqueros geboren und am 19. August 1936 bei Granada von Falangisten ermordet worden.
Der spanische Dichter war Sohn einer Lehrerin und eines liberalen Großgrundbesitzers. Er studierte intensiv und lange Musik bei Antonio Segura und Manuel de Falla. Später studierte er Jura, Philosophie und Literatur in Granada, Madrid und an der Columbia-Universität in New York.
Seit 1919 lebt er in Madrid. Lorca hatte Kontakt zu vielen zeitgenössischen Künstlern, u. a. Guillén, Dali, Bunuel.
1929/30 reiste er in die USA, 1933/34 nach Argentinien.
Lorcas bekannteste Theaterstücke sind: BLUTHOCHZEIT, YERMA, BERNARDA ALBAS HAUS.
Klaus Möller
Geboren 1949 - Freier Schauspieler und Regisseur, Mitbegründer des FREIEN THEATERS Tübingen. Atemlehrer (Methode Middendorf) - Autor und Akteur zahlreicher Text- und Bewegungsperpormances in Zusammenarbeit mit Bildenden Künstlern.
Kontakt: In der Au 4 72119 Ammerbuch-Pfäffingen
Tel. 07073-910088 moeller_schauspiel@t-online.de
Lisa Kraus
Geboren 1951 - Freie Schauspielerin und Regisseurin, Begründerin des THEATER TANGERE. Zum Repertoire gehören Theaterproduktionen und szenische Lesungen in unterschiedlichen Besetzungen, zum Teil in Verbindung mit Tanz.
Kontakt: Mendelssohnstr. 7 71640 Ludwigsburg
Tel. 07141-280245 lisa.kraus@theater-tangere.de
Frank Eisele
Geboren 1967 - Freischaffender Musiker (Akkordeon).
Spielt in unterschiedlichen Besetzungen vor allem Tango, Kletzmer, Musette und Swing. Außerdem Musik-Improvisationen zu Theater, Prosa und Lyrik.
Wer oder was ist Platero? Die Antwort auf diese Frage könnte lauten: Er ist zart, empfindsam und zärtllichkeitsbedürftig
wie ein Kind, wie ein kleines Mädchen . . . , aber stark. Aus Stahl ist er und aus Mondsilber zugleich. Und er ist ein Freund.
Er ist der Partner des Dichters.
“Platero, es ist klar, daß du kein Esel im vulgären Sinn des Wortes bist . . . “
Geschichten, Musik und Poesie kommen zum Vortrag.
Es trägt und liest die Texte Lisa Kraus
Es trägt und spielt das Akkordeon Frank Eisele.
IM TEUFEL MIT DEN DREI GOLDENEN HAAREN begleiten die Kinder die Hauptperson des Märchens, einen Müllerssohn auf seinem Weg zum Erwachsen-Sein. Es ist ein Initiations-Weg. Glücksweissagung, Unerschrockenheit, das Bejahen und Annehmen von Herausforderungen und Prüfungen rufen zusätzliche GUTE KRÄFTE auf den Plan, die die Weissagung vom GLÜCKSKIND ZUM KÖNIG zur Erfüllung bringt. Der Weg zum Thron ist weit und führt mitten durch die Hölle. Dort ist alle Weisheit, die dem Wohle aller dient, im Schopf des Teufels verborgen und muß dort herausgelaust und stibitzt werden.
FRANK EISELE und LISA KRAUS führen zunächst die Kinder in die farbige Bilderwelt des Märchens und machen sie mit den mitwirkenden Gestalten vertraut. Dies geschiet mit der klangvollen Sprache der Urfassung des Märchens der Gebrüder Grimm als auch mit der eigens für dieses Märchen von Frank Eisele geschaffenen Musik und Improvisationen. Diese treten mit dem erzählten Text teilweise in Interaktion, teils bereitet sie die Wegestationen vor. Die Musik wird ebenfalls zum Erzähler, und mit der Sprache verwoben wird ein atmosphärisch dichter Raum geschaffen, indem das Märchen mit seiner Weisheit zu den Kindern zu sprechen vermag.
Das Märchen ist geeignet für Kinder ab 7 Jahren.
Dauer: ca. 45 - 50 Minuten
Wunderschöne alte spanische Märchen und entsprechende Melodien vom Akkordeon werden Sie an diesem Abend in südliche Gefilde entführen. Das Ganze ist so zauberhaft, dass es den HörerInnen durchaus “spanisch” vorkommen mag.
“ ... am 2. april 1805 - arm, doch lebendig - ein neugeborener Poet, nämlich ICH SELBST, daran scheint mir wirklich etwas sehr poetisches zu sein ...” (H. Chr. Andersen über sich selbst) Weniger bekannte Texte des Dichters werden an diesem Abend zu Gehör gebracht.
Dem Mythos um Orpheus und seine früh dahingegangene Geliebte Eurydike gehen Lisa Kraus ( Theater Tangere, in Ludwigsburg) und Klaus Möller ( Freies Theater Tübingen) auf die Spur, indem sie Gedichte von R. M. RILKE, EDITH SITWELL und HILDA DOOLITTLE zu einem Schauspiel mit starken musikalischen Akzenten in Szene setzen - atmosphärisch inspiriert durch den malerischen Ort der Klosterruine Hirsau.
Aus der Trauer über den Tod Eurydikes findet Orpheus die Kraft, die Götter der Unterwelt herauszufordern und den Tod in Frage zu stellen. Er scheitert. Geht es um einen verbotenen Blick zurück? Und wie erzählt sich die Geschichte von Eurydike? Unser Stück sucht einen Zugang zu dem alten Mythos über die Poesie. Mit zwei großen Texten - Rilkes „Orpheus. Eurydike. Hermes“ und Edith Sitwells „Eurydike“ - wollen wir das Thema neu zum Klingen bringen.
Ich bin nicht Orpheus. - Ich bin nicht Eurydike. Wir richten die Gänge dieser FIGUREN neu ein, gehen ihnen nach, wenden uns nach ihnen um. Wir hören ihnen zu, wie ihre STIMMEN, wie ihr VERSTUMMEN in uns Raum, Gestalt, Widerhall finden.
An den Schauplätzen/ Spielorten unserer Aufführung inszenieren wir das Geschehen als rituellen Stationenweg. Die Atmosphären und Gegebenheiten des Ortes spielen mit. Das Mitwirken solistischer und chorischer SängerInnen und eines Musikers sowie eine spezielle Feuer-Installation betonen den musikalisch-poetischen Charakter der Inszenierung.
Es wird sowohl eine Spielfassung für Freilicht-Aufführungen als auch eine Version für geschlossene Räume erarbeitet.
Freies Theater Tübingen
Klaus Möller
In der Au 4
72119 Pfäffingen
Tel.: 07073/ 91 00 88
moeller_schauspiel@t-online.de
Theater Tangere Ludwigsburg
Lisa Kraus
Mendelssohnstr. 7
71640 Ludwigsburg
Tel.: 07141/ 28 02 45
lisa.kraus@theater-tangere.de
Ein Lesemusikprogramm
Saxophon: Dorothea Tübinger
Texte: Lisa Kraus
Eine musikalisch-literarische Reise in die Welt des argentinischen TANGO
Tangos aus unterschiedlichen Epochen v. Astor Piazzolla, Tango-Improvisationen, Tango-Texte, Gedichte von Jorge Louis Borges
Musik: Katrin Gläser - Geige, Andrea Meyer - Gitarre
Texte: Gerlinde Jung, Lisa Kraus